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ETF exchange traded fund

Ein Exchange traded fund (ETF), wörtlich „börsengehandelter Fonds“, ist ein Fonds in Form eines Sondervermögens, der an der Börse gehandelt wird. In der Regel wird ein zugrundeliegender Index abgebildet.

Damit lassen sich durch ETFs kostengünstig bestimmte Länder, Branchen, Sektoren und Anlageklassen abbilden.

Historie

Die ersten Indexfonds wurden Anfang der 90er Jahre in den USA eingeführt. Das eigentliche Konzept stammt von der American Stock Exchange (AMEX), an der bis etwa 2007 die meisten ETFs in den USA gelistet waren. Mittlerweile sind die ETF-Anbieter zu anderen Börsen abgewandert. Der Gesamtmarkt für ETFs weltweit wird heute auf rund 891 Milliarden US-Dollar (Quelle: Barclays Global Investors, August 2009) beziffert. Das ETF-Handelssegment der "Deutsche Börse AG" umfasst inzwischen (Stand Oktober 2009) rund 500 Papiere. Eine Entwicklung, die umso erstaunlicher ist, da das Segment hierzulande erst im April 2000 mit zwei Produkten startete. Seit 2003 sind auch ETFs auf europäische Rentenindizes erhältlich und im Jahr 2004 kamen die ersten Gold-, Immobilien- und Schwellenländer-ETFs hinzu. Heute nimmt die Deutsche Börse im europäischen ETF-Handel die Spitzenposition ein - sowohl bei der Anzahl der handelbaren börsengelisteten ETFs als auch beim monatlichen Handelsvolumen.

Funktion

ETFs sind in ihrer Zusammensetzung und Gewichtung strikt an einen bestimmten Bezugsindex gebunden. Im Vergleich zu den üblichen Anlagefonds werden sie wie Aktien direkt und kontinuierlich an einer Börse gehandelt. Der Preis wird also nicht nur einmal täglich festgestellt, sondern richtet sich den ganzen Tag nach Angebot und Nachfrage. ETFs verbinden damit die Flexibilität einer Aktie mit den Diversifizierungseffekten eines Investmentfonds.

Damit eignen sich ETFs ideal zur Umsetzung einer passiven Portfoliostrategie.

Mit ETFs können bequem mittel- bis langfristige Portfoliostrategien umgesetzt werden. Diese Produktklasse ermöglicht dem Anleger, mit einem Wertpapier einen ganzen Markt oder Sektor zu kaufen, der typischerweise über einen großen Index klar definiert ist.

Über einen längeren Betrachtungszeitraum gesehen schneiden Indices im Durchschnitt sogar etwas besser ab als der Durchschnitt der aktiv gemanagten Fonds (vgl. Studien von e-fundresearch.com), da es den Fondsmanagern im Regelfall nicht gelingt, am (von Indexfonds abgebildeten) Markt dauerhaft eine über dem Marktdurchschnitt liegende Rendite zu erreichen, die nötig wäre, um die höheren Kosten auszugleichen.

Indexzertifikate haben indes den Nachteil, dass sie Schuldverschreibungen sind und im Insolvenzfall der Bank die Anleger aus der Insolvenzmasse bedient werden – bei ETFs ist dies, aufgrund der Separierung als Sondervermögen, nicht der Fall.

Anbieter

Die größten und umsatzstärksten ETF-Emittenten sind:

Weitere Anbieter sind:
ABN-Amro, ComStage, EasyETF, etflab, etfsecurities, invesco, source, ubs und Xmtch.

Kostenstruktur

Passives Nachbilden eines Index kostet die Fondsgesellschaft wesentlich weniger als ein aktives Fondsmanagement, so dass die laufenden Verwaltungsgebühren meist deutlich geringer sind. Durch den Erwerb über die Börse entstehen zwar direkte und indirekte Kosten, doch sind diese meist erheblich geringer als die Ausgabeaufschläge klassischer Investmentfonds, die bis über 5 % des eingezahlten Kapitals ausmachen können.

Zusammenfassung

  • Niedrige Kosten: Es fallen keine Ausgabeaufschläge an wie bei klassischen, aktiv gemanagten Fonds und die laufenden Kosten sind deutlich niedriger.
  • Kein Managementrisiko wie bei aktiv gemanagten Fonds, die sich mehrheitlich schlechter entwickeln als der Vergleichsmarkt (die Benchmark).
  • Sondervermögen: Im Konkursfall eines Emittenten ist das Sondervermögen geschützt – im Gegensatz zu Zertifikaten, wo der Totalverlust droht (siehe Lehman Brothers).
  • Kein Einzeltitelrisiko: Jeder ETF umfasst mehrere Titel. Dadurch wird das Anlagerisiko gestreut.
  • Diversifikation: Der Anleger erhält einen einfachen Zugang zu den wichtigsten internationalen Anlageklassen, Märkten, Ländern und Branchen.
  • Börsenhandel: Zu den Öffnungszeiten der Börsen kann jederzeit gehandelt werden. Bei klassischen Investmentfonds wird normalerweise nur einmal pro Tag ein Einheitskurs festgelegt.